Machen wir einen kurzen Exkurs in die Weiten des Internet … und lesen, was z. B. Wikipedia zum Thema Blaudruck schreibt:
Im Grab des 542 verstorbenen Heiligen Caesarius von Arles wurde ein blassblauer Reservedruck gefunden, der als frühester Fund seiner Art in Europa gilt. Damals wurde zum Färben noch die einheimische Pflanze Färberwaid eingesetzt. Seit dem 17. Jahrhundert wurde sie durch das qualitativ hochwertigere Indigo, das vor allem aus Kalkutta über England und Holland nach Deutschland kam, ersetzt.
Die Drucktechnik, die wir heute kennen kam ebenfalls aus Indien und erreichte Deutschland im 16. oder 17. Jahrhundert über Belgien und Holland. Er wurde vor allem für Bettzeug, Vorhänge und Frauenkleidung eingesetzt. Der erste Blaudruck im Reservedruck wurde 1689 oder 1690 von Jeremias Neuhof in Augsburg hergestellt, die Technik verbreitete sich jedoch schnell. 1734 wurde in Minden-Ravensberg eine Zunft für das Blau- und Schönfärberhandwerk gegründet. Weitere Zünfte entstanden bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Anfangs wurden nur Leinenstoffe bedruckt, seit dem 18. Jahrhundert auch Halbleinen- und Baumwollstoffe.
Da vor der Industrialisierung Reichtum vor allem über teure Stoffe und aufwändige Stickereien und Verarbeitungsformen ausgedrückt wurde, galt Blaudruck, bei dem vorwiegend handgewebte Leinenstoffe der ländlichen Bevölkerung bedruckt wurden, als Kunst der armen Leute.
Die Industrialisierung und der damit aufkommende maschinelle Walzendruck bedeuteten für die meisten Blaudruckwerkstätten das Aus. Heute existieren nur noch wenig Handwerksbetriebe, die die Herstellung der Model und die alten Drucktechniken beherrschen. Industriell wird der Blaudruck nicht hergestellt.
Wir haben nun hier in Berlin einen der letzten typischen Handwerksbetriebe entdeckt, die noch echte Blaudruck-Produkte herstellen – unser neuer Partner im Manufakturenkaufhaus in der Arminiusmarkthalle/Zunft[halle] ist das Blaudruckatelier Holger Starcken und dort wird Blaudruck noch in der Tradition von über 400 Jahren hergestellt. Beim Nachbehandeln der Stoffe wird so u. a. ganz bewusst auf Säure verzichtet.
Besonderheiten des Blaudruckateliers Holger Starcken sind dabei Baumgestaltungen und geometrisch bis verspielte Darstellungen auf Bekleidungsunikaten. So entstehen in der urigen Werkstatt z.B. Steppjacken, Westen, Kaftane und Kimonos, Kleider, Blusen, Hemden, Hosen, Röcke, sowie Tisch- und Bettwäsche, Stoffgestaltungen und vieles mehr! Natürlich sind alle so in alter Handwerkstradition entstandenen Exponate absolut wasch- und lichtecht!
Das Zunft[werk] Manufakturenkaufhaus freut sich, diese wunderschönen Stoffkunstwerke nun in Moabit anbieten zu können.